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Sprachförderung

Sprachförderkonzept DAZ  der Gemeinschaftsgrundschule Bernberg

(Erarbeitet im Schuljahr 2015-16)

 

Das Ziel eines Sprachförderunterrichts besteht darin, die zugewanderten Schülerinnen und Schüler in die deutsche Kultur sowohl sprachlich als auch sozial erfolgreich heranzuführen und zu integrieren. Die umfangreichen Schulaktivitäten und zahlreiche Lernsituationen tragen dazu bei, eine authentische und sinnvolle Auseinandersetzung mit der deutschen Sprache und Kultur zu ermöglichen.

Vielfältige Methoden und Wege werden in Betracht genommen, um eine schnellstmögliche Eingliederung der jeweiligen Schülerinnen und Schüler unterschiedlichen Alters zu erzielen und ihrer Leistungsfähigkeit zu entsprechen.

 

Um die Lernbereitschaft und Motivation bei zugewanderten Kindern hervorzurufen, ist bei der Planung und Durchführung des Unterrichts eine besondere Sorgfalt und sensible Herangehensweise zu berücksichtigen. Parallel zur sprachlichen und fachlichen Wissenvermittlung, ausschlaggebend ist, das Lernverhalten, positives Arbeitsverhalten, Konzentrationsfähigkeit, stabiles emotionales und soziales Verhalten zu entwickeln und zu fördern.

Die Sprachfähigkeit im Ausdruck und im Verständnis der deutschen Sprache, Anweisungsverständnis, Sprachgedächtnis, gute Wahrnehmungsfähigkeit im Bereich des Hörens, phonologische Bewusstheit (Grundkenntnisse über Silben, Reime und Anlaute) nehmen eine entscheidende Rolle im Unterricht ein.

 

Die Fähigkeiten im Umgang mit der gesprochenen und geschriebenen Sprache wirken sich auf alle anderen Lernbereiche aus, die in der Schule vermittelt werden. Die Sprache hat eine Schlüsselstellung. Die Förderung im Bereich Deutsch erfolgt sowohl durch gesprochene Sprache als auch durch Musik, Rhythmus, Mimik, Tonfolgen und Kunst.

In einem Sprachunterricht (DaZ – Unterricht) besteht die Möglichkeit, die notwendigen Ziele und Aspekte zur Integration der Kinder mit Fluchthintergrund zu erreichen und zu intensivieren.

Unter „DaZ“ (Deutsch als Zweitsprache) versteht man die Sprache, die

notwendig für den alltäglichen Gebrauch ist. Die deutsche Sprache wird dabei in einem deutschsprachigen Land gelernt.

 

Das Zusammenleben und das gemeinsame Lernen der Schülerinnen und Schüler mit zahlreichen Nationalitäten sollen in der Schule erst gründlich organisiert und sinnvoll aufgebaut werden. Große Inkongruenzen in den Lernvoraussetzungen und den Kompetenzen der zugewanderten Kinder zeichnen sich deutlich ab.

Die Gründe dafür liegen in der Lebens- und Lerngeschichte einzelner Schüler. Da die meisten Kinder aus Syrien und Afghanistan kommen -  aus sog. Kriegsgebieten – weisen sie große Lernschwierigkeiten auf. Bei den meisten Kindern fehlen die ersten Jahre der Schulausbildung.

 

Um die Lerndefizite abbauen zu können, werden einige Handlungsschritte eingeleitet, um die Kinder beim Lernen sinnvoll zu begleiten.

Die Bewegungslehre hat einen großen Einfluss auf die Lernentwicklung der Schülerinnen und Schüler, die ein fester Bestandteil jeden Unterrichts sein sollte. Eine gut entwickelte Sensomotorik stellt eine Voraussetzung für den erfolgreichen Lernprozess dar. Sie fördert die Hirnaktivierung und löst Stressblockaden auf, die das Lernen erschweren und das Denken blockieren.

Darüber hinaus finden im Unterricht kontinuierlich phonetische Übungen statt, die die Aussprache bestimmter Laute erleichtern und verbessern.

Der DaZ-Unterricht an der Gemeinschaftsgrundschule Bernberg findet nach dem Demek-Prinzip statt. Es geht um eine Unterrichtsorganisation, in der Sprachelemente der deutschen Sprache aktiv und handlungsorientiert erarbeitet werden.

 

In Bezug auf die Artikelsensibilisierung arbeiten die Lehrkräfte mit den Signalfarben rot, blau, grün, die das Genus der Wörter kennzeichnen. Der Wortschatz, den die L2 Lerner erwerben, wird mit den entsprechenden Farbmarkierungen versehen, um die Orientierung und den Erwerb des jeweiligen Genus zu bieten und zu ermöglichen.

Um den Unterrichtsalltag den Neuankömmlingen zu erleichtern, ihre Verständniskompetenz zu erhöhen und ihre Mitarbeit zu steigern, spielt ein ritualisierter Unterricht eine besondere Rolle. Eine gut strukturierte Unterrichtskultur gibt den Kindern Sicherheit und verleiht Selbstbewusstsein, dem Unterricht zu folgen und sich aktiv zu beteiligen.

An der Unterrichtspraxis ist zu beobachten, dass die zugewanderten Kinder mit besonderer Freude und Lernbereitschaft am Unterricht der GGS Bernberg teilnehmen.

 

Um eine systematische Förderung zu gewährleisten, ist eine umfassende Diagnose jedes einzelnen Kindes erforderlich. Es ist zu überprüfen, ob notwendige Lernvoraussetzungen gegeben sind. Oft haben intelligente Kinder Vermeidungsstrategien entwickelt, um mangelnde Fähigkeiten zu umgehen. Nur durch Beobachtung und Überprüfung ist es möglich, die Defizite so früh wie möglich festzustellen. Erst nach den Ergebnissen wird es deutlich, welche Kenntnisse und Fähigkeiten aufgearbeitet und vorhandene Kompetenzen weiter gefördert werden sollen.

Der Beobachtungsbogen kann die ersten Informationen des aktuellen Sprachstandes eines Schülers liefern. Darin werden folgende Faktoren untersucht und festgehalten[1]:

 

  • Hör- und Hörsehverstehen

Kann ein Kind neue Wörter erfassen und die Arbeitsanweisungen umsetzen?

 

  • Sprechen

Spricht ein Kind Wörter und kurze Sätze nach?

 

  • Kommunikationsstrategien

Kann ein Kind sich mit Hilfe von Gestik und Mimik

verständlich machen?

 

Einige Schülerinnen und Schüler sind im Herkunftsland durchgängig beschult worden, andere haben noch nie eine Schule besucht. Andere wiederum konnten bzw. durften gelegentlich am Unterricht teilnehmen. Einige Kinder sind daher in der lateinischen Schrift alphabetisiert, andere in einem fremden Schriftsystem, wieder andere haben noch keine Schriftzeichen gelernt. Diese Differenzen lassen sich auch auf den Sprachstand übertragen.

 

Viele Seiteneinsteigerkinder machen ihre ersten Erfahrungen in der Schule. Ihre Begeisterung und Freude am Lernen wird sehr häufig deutlich: sie zeigen ihre Offenheit gegenüber der neuen Sprache und weisen keine Hemmungen auf, neue Wörter und Sätze zu imitieren.

Die Herausforderung besteht auch darin, dass Schüler unterschiedlicher soziokultureller Milieus sowie unterschiedlicher Veranlagung, auch die Konfrontation mit verschiedenen Lern- und Lehrstilen, werden miteinander beschult.

 

Die hohe Heterogenität in den Klassen erfordert die hohe Bereitschaft, Motivation und Kreativität der Lehrkräfte, mit der Vielfältigkeit im Unterricht erfolgreich umzugehen und diese im Unterricht sinnvoll einzusetzen. Da in den heterogenen Klassen die Schülerinnen und Schüler sinnvoll gefördert und gefordert werden sollen, ist ein breites Maß an Individualisierung und Differenzierung notwendig.

 

Die vorgegebenen Sprachmuster (Satzfragmente und Satzbrocken: chunks) liefern den Kindern vorgefertigtes Sprechmaterial, das auch aus den Liedern, Reimen und Sprachspielen zu entnehmen ist. Eine DaZ-Lehrkraft verfügt über das entsprechende Repertoire von Satzelementen, um den Sprachanfängern das Sprechen zu ermöglichen und zu erleichtern.

 

Der Gebrauch von Satzfragmenten führt dazu, dass die Kinder eine authentische Sprache erfahren und erproben, ihre Sprach- und Sprechbereitschaft steigern. Es gelingt den Kindern, sich am Gespräch zu beteiligen, Dialoge zu führen und sich gleichzeitig in ganzen Sätzen zu äußern. Der Gebrauch von chunks unterstützt die Schülerinnen und Schüler, gutes Sprachgefühl zu entwickeln und sich in der neuen Sprache verständlich zu machen. Sie geben Kindern Sicherheit und Motivation, die Sprache ganzheitlich zu produzieren, z.B. „Auf dem Teller liegt…“, „In meinem Schulranzen finde ich...“, „Ich esse gerne /nicht gerne…“. Das Sprechen in ganzen Sätzen führt dazu, dass die neuen Sprachlerner die Sprachbewusstheit erfolgreich entwickeln und die Sprechsicherheit in verschiedenen Situationen gewinnen.

 


[1] Vgl. Portfolio der Schulaufsicht Grundschule des OBK – Das Schulatelier, G.

Stand: 2017

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